Ratgeber · Baufinanzierung

Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Baufinanzierung?

Von Andre Krumnow, Kapitalraum Finanzberatung · Aktualisiert August 2026 · 8 Min. Lesezeit

Inhalt

  1. Die Faustregel: 20–30 %
  2. Kaufnebenkosten richtig einkalkulieren
  3. Was zählt als Eigenkapital?
  4. Baufinanzierung mit wenig Eigenkapital
  5. Rechenbeispiel: Falkensee, 450.000 €
  6. 3 Tipps, um schneller ans Eigenkapital zu kommen

Die Frage nach dem Eigenkapital ist eine der häufigsten, die wir in der Baufinanzierungsberatung hören. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an — auf den Kaufpreis, die Region, Ihre Bonität und die Bank. Dieser Ratgeber gibt Ihnen konkrete Orientierung.

Die Faustregel: mindestens 20–30 % des Kaufpreises

Die meisten Banken empfehlen ein Eigenkapital von 20–30 % des Kaufpreises. Warum? Je mehr Eigenkapital Sie einbringen, desto geringer ist das Risiko für die Bank — und desto besser werden die Konditionen, die Sie angeboten bekommen.

Faustregel: Für ein Haus im Wert von 400.000 € sollten Sie idealerweise 80.000–120.000 € Eigenkapital mitbringen. Mindestens sollten die Kaufnebenkosten (ca. 40.000–60.000 €) aus eigener Tasche bezahlbar sein.

Kaufnebenkosten: Der oft unterschätzte Teil

Viele Käufer rechnen nur den Kaufpreis — dabei kommen Kaufnebenkosten von ca. 10–15 % on top. Diese sollten immer aus Eigenkapital finanziert werden, da Banken diese in der Regel nicht mitfinanzieren.

KostenpunktBrandenburg / HavellandBerlin
Grunderwerbsteuer6,5 %6,0 %
Notarkostenca. 1,0–1,5 %ca. 1,0–1,5 %
Grundbucheintragca. 0,5 %ca. 0,5 %
Maklerprovision (wenn anfällig)3,57 % (geteilt)3,57 % (geteilt)
Gesamt Kaufnebenkostenca. 11–12 % (ohne Makler)ca. 10–11 % (ohne Makler)

Was zählt als Eigenkapital?

Eigenkapital ist mehr als das Geld auf dem Konto. Folgendes wird von den meisten Banken anerkannt:

Baufinanzierung mit wenig Eigenkapital — was ist möglich?

EigenkapitalquoteMachbarkeitZinsenUnsere Einschätzung
30 %+Sehr gutBestkonditionenOptimale Ausgangslage
20–30 %GutGünstigEmpfohlener Bereich
10–20 %Gut möglichLeicht erhöhtKaufnebenkosten gedeckt — solide Basis
0–10 % (nur Nebenkosten)MöglichDeutlich erhöhtHohes Einkommen und Bonität erforderlich
0 % (Vollfinanzierung)EingeschränktSehr hochNur mit sehr gutem Einkommen, hohem Risiko

Selbst mit wenig Eigenkapital ist eine Baufinanzierung möglich — sie kostet jedoch mehr. Schon eine Erhöhung der Eigenkapitalquote von 10 % auf 20 % kann den Zinssatz um 0,2–0,5 % senken, was bei 300.000 € Darlehen über 15 Jahre rund 9.000–22.000 € Ersparnis bedeutet.

Wie viel Eigenkapital brauchen Sie konkret?

Wir rechnen es Ihnen kostenlos durch — mit Blick auf Ihr Einkommen, Ihre Region und aktuelle Bankkonditionen.

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Rechenbeispiel: Haus in Falkensee, Kaufpreis 450.000 €

PositionBetrag
Kaufpreis450.000 €
Grunderwerbsteuer Brandenburg (6,5 %)29.250 €
Notar & Grundbuch (ca. 1,5 %)6.750 €
Gesamtkosten (ohne Makler)486.000 €
Empfohlenes Eigenkapital (20 %, inkl. Nebenkosten)ca. 90.000–97.200 €
Darlehensbetragca. 360.000–388.800 €

3 Tipps, um schneller ans Eigenkapital zu kommen

  1. Bausparvertrag abschließen — der staatlich geförderte Weg, gezielt Eigenkapital aufzubauen. Mit Wohnungsbauprämie (bis 70 €/Jahr) und Arbeitnehmer-Sparzulage (bis 43 €/Jahr).
  2. Schenkung von Eltern — bis 400.000 € alle 10 Jahre steuerfrei. Viele Eltern unterstützen beim Kauf, wenn man das Gespräch sucht.
  3. Eigenleistungen einplanen — Maler-, Bodenbelag- oder Gartenarbeiten in Eigenregie können als "Muskelhypothek" angesetzt werden und reduzieren den Kreditbedarf.
Fazit: 20 % Eigenkapital ist die bewährte Empfehlung — aber kein Muss. Entscheidend ist das Gesamtpaket aus Eigenkapital, Einkommen und Bonität. Sprechen Sie mit uns — wir zeigen Ihnen, was in Ihrer Situation möglich ist.

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